Thomas Tuchel: Wie man Regeln bricht und aufstellt, um gut zu führen

Thomas Tuchel teaches tacticsMorgen empfängt der 1. FSV Mainz 05 den FC Bayern München, Taktikfuchs Tuchel trifft auf Taktikgott Guardiola. Das ist doch ein passender Moment, an einen Vortrag Tuchels zum Thema Führung und „Rulebreaker“ zu erinnern. In dem Video erläutert er, wie er 35jährig als U19-Trainer ohne Erfahrungen als Bundesligaspieler und ohne Erfahrung als Trainer einer Männermannschaft die Chance und die Mammutaufgabe bekommt, den Cheftrainerposten eines Bundesligisten zu übernehmen.

Er übernimmt die Mannschaft von Jørn Andersen, der das Team immerhin erfolgreich zum Aufstieg geführt hat und muss sich zunächst erstmal Respekt verschaffen. Er findet viele Schwächen vor und kreiert daraus eine Stärke. Bei aller Prinzipientreue setzt Tuchel kein eigenes System durch, sondern das radikale Spiegeln des Gegners und führt Mainz damit sogar vorübergehend an allen Konkurrenten vorbei zur Herbstmeisterschaft.

Tuchel sieht sich und seinen Trainerstab als Dienstleister an der Mannschaft, der die Profis dabei unterstützt, für die Probleme auf dem Spielfeld Lösungen zu finden. Er will auch kein Kritiker und Nörgler sein. Anstatt Spieler wieder und wieder mit den selben disziplinarischen Rufen und der Trillerpfeife an die richtige Spielfeldnutzung zu erinnern, steckt er lieber das Spielfeld ab.

Warum sich so manches seiner Rezepte derzeit abnutzt und weshalb es schwieriger, aber essentieller ist, Erfolge zu vergessen als Niederlagen zu verarbeiten, erläutert er am besten selbst. Guter Typ.

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