„Die wohnt hier noch!“ Eintracht-Fan über seine Freundin Kovac und Ryan Gosling aka die Bayern

Rasenfunk

Im Rasenfunk #30: Uli Hoeneß – der bayerische Ryan Gosling? ist @basti_red neulich mal wieder zur Höchstform aufgelaufen. Es ist zwar schon zwei Wochen her, aber ich lache immer noch laut, wenn ich an sein „DIE WOHNT HIER NOCH!“ denke – womit in einer GZSZ-reifen Analogie wahlweise der fahnenflüchtige Frankfurt-Trainer Nico Kovac oder seine von Ryan Gosling ausgespannte Freundin gemeint ist.

Da grandiose Passage geht bei Minute 47:49 los. Hier geht’s direkt zu der Stelle. Ich weine.

„Es gibt in Frankfurt nicht einen Einzigen, der nicht versteht, dass Nico Kovac dieses Angebot annehmen musste. Weil wir alle wissen, seine Familie wohnt in Salzburg. Der FC Bayern ist eine kleine Stufe über der Eintracht – das können wir auch hier zugeben. Niemand, niemand ist ihm böse, dass er das macht. Die Eskalation, die in Frankfurt gerade stattfindet, die ist ausschließlich wegen dem Wie, und wegen dem Zeitpunkt und wegen der kompletten Gemengelage, die hier gerade ist. Und das wird glaub ich jeder den Frankfurt-Fans verzeihen können.

Und wenn Uli Hoeneß meint, er müsste uns jetzt noch angreifen… Das sind halt diese Sachen, die dafür sorgen, dass man da wirklich auch zu überemotional wird und richtig sauer wird. Weil wenn ich den Wechsel nüchtern betrachten würde und du würdest mir sagen: „Hier, Kovac wechselt zu Bayern. Er hat ’ne Ausstiegsklausel, die brauchen jetzt ’nen Trainer. Soll er die Chance ergreifen?“ Ja natürlich! Hier ist doch keiner, der sagt, „Nöö, der soll jetzt hier noch ein Jahr bleiben!“ und verspielt dann die Chance. Weil du weißt ja nicht, wie die Saison bei der Eintracht nächstes Jahr wird. Dieser Wechsel ist aus Frankfurter Sicht absolut nachzuvollziehen.

Wir hätten ihn auch mit Applaus verabschiedet, wenn diese Nummer nicht so abgelaufen wäre, wie sie abgelaufen ist. Das ist für mich bei der Diskussionsweise trotzdem kriegsentscheidend, leider. Es ist nunmal so abgelaufen, wie es abgelaufen ist. Wenn die das vorbereitet hätten und viel professioneller kommuniziert hätten – natürlich wär hier ’ne Enttäuschung gewesen. Ist doch ganz normal. Ist ja nicht so, dass wir Nico Kovac hier nicht geliebt hätten. Natürlich wär die Enttäuschung da gewesen. Du wärst dann einfach traurig. Wir hätten uns kurz geschüttelt. Jetzt gewinnen wir auf Schalke und dann ist wieder alles OK und dann – keine Ahnung – qualifizieren wir uns für die Euro League, werden Sechster/ Siebter und dann wird der beim letzten Spiel emotional mit Applaus – der fängt an zu heulen vor der Tribüne – wird verabschiedet und alles ist gut. Wir wünschen ihm alles Gute und wenn er mit Bayern hier herkommt: immer ein freundliches Verhältnis.

Nur, so ist es jetzt nicht mehr. Also, so ist es nicht mehr! Guck mal: Wenn meine Freundin mich jetzt für Ryan Gosling verlassen würde, das würde ich ja auch verstehen. Da würde ich ja auch denken: da kann ich nicht viel ausrichten. Ich will aber nicht, dass der Cousin aus der Sonderschule von Ryan Gosling mir noch erzählt, dass ich dankbar sein muss, dass er mir das erzählt. Dann soll die Freundin mir das selber erzählen! Und dann will ich nicht erfahren, dass die vor zwei Wochen schon essen waren und danach im Bett gelandet sind. Und jetzt muss die ganze degenerierte Familie von Ryan Gosling mich anmachen – mich anmachen! – dass ich hier derjenige bin, der hier keinen guten Stil hat.

Können die nicht verstehen, dass ich vielleicht auch ein bisschen sauer bin? Ein bisschen mehr Nachsicht hätte ich mir wirklich gewünscht und ich hätte das wie gesagt gerne von meiner Freundin erfahren und nicht von der degenerierten Familie drumrum. Weil man nicht vergessen darf: Die wohnt hier noch! Also die wohnt hier noch! Ich befinde mich gerade mitten in einem beruflich spannenden Projekt, muss jetzt damit leben, dass wir uns jeden Morgen hier sehen und sie nicht ehrlich zu mir war. Das ist doch die Situation. Am Ende des Tages wär ich wahrscheinlich sogar stolz drauf, dass mir Ryan Gosling meine Freundin ausgespannt hat – weil, das spricht ja auch für mich… Aber wie es abgelaufen ist, ist echt übel und das ist leider trotzdem die Ebene, auf der wir gerade diskutieren.“

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