Attitüde per Alditüte: Galatasaray Istanbul Fans rocken den Audidome

Galatasaray Istanbul Fans mit Alditüten im Audidome beim FC Bayern Basketball 23.1.2014

Bereits eine Stunde vor Tip-off der Euroleage-Partie des FC Bayern Basketball gegen Galatasaray Istanbul machten die Gäste-Ultras mit Schlachtrufen und Fangesängen draußen vor dem Audidome schon mal ordentlich Stimmung. Es wurde zwar schnell klar, dass das Heimpublikum genauso wie das eigene Team einiges an Anstrengungen bewerkstelligen müsste, um dieser Euphorie etwas entgegenzusetzen, aber das sollte man von den Hausherren auch erwarten können – so dachte und ja: irrte ich.

Was Fankultur betrifft haben die türkischen Fans klargemacht, was Stimmung ist. Der ganze Gala-Block war ein in sich verschwimmendes Meer aus Trikots, Fahnen und Stimmgewalt. Die Leute haben richtig Spaß gehabt und auch richtig Spaß gemacht. Da sah die Bayernkurve ordentlich alt aus. Sicher hat der Audidome die junge Tradition gepflegt, sich erst nach dem ersten Korb wieder zu setzen. Sicherlich, es gibt eine Kurve mit Trommlern und Antreibern. Und ja, die ganze Halle peitscht mit den Klatschpappen im Rhythmus der „Defense-Rufe“ – so manch einer krakeelt sogar mit. Aber was gefehlt hat, waren Lieder. Gesänge. Wenn sich die Offense-Rufe („Bayern“-klatsch-klatsch-klatsch) so garrrr nicht von den „Defense-Rufen“ unterscheiden – jedenfalls nicht vom Rhythmus her, dann kommt da halt nichts rüber.

Ich selbst bin schier ausgerastet. Abgetörnt war ich schon vom nicht vorhandenen Hashtag zur Partie. Da war ich echt irritiert, denn die Medienarbeit des FCB spielt doch sonst auf der kompletten Klaviatur. Ich will aber nicht dreißig unendlich lange Buchstabenkombinationen in mein Display schmieren.

 

Aber wirklich zu viel war es mir, dass die heimischen Antreiber nichts melodiöseres auf Lager hatten. Die Mannschaft hätte uns wirklich gebraucht und was möglich gewesen wäre, wurde mal deutlich, als der Hallensprecher das Publikum animierte und „Superbayern Superbayern hey hey“ vorgab. Angepeitscht hat er ständig, aber offenbar braucht die Halle noch mehr Anleitung, um nach den ersten dreißig Sekunden auch hörbar zu bleiben.


Dass Istanbul nicht nur die lauteren Ultras dabei hatte, sondern auch Sinn für Humor, war klar, als sich zu dem Fahnenmeer noch das Meer aus Alditüten gesellte. Von 1997 stammt die Begebenheit, nach der Fußballfans des FC Bayern bei einem Auswärtsspiel in Istanbul gegen Besiktas die Gastgeber per Alditüten mit Häme überzogen. Schon erstaunlich, wie Fußballstadtrivalen zusammenrücken, wenn sie sich gemeinschaftlich geschmäht sehen. Hemmnisverringernd könnte hinzugekommen sein, dass Aldi und Galatasary quasi dieselben „Wappenfarben“ haben.

Seis drum. Der Audidome sah alt aus. Vielleicht nicht verwunderlich. Viel Zeit zur Kulturevolution hatte die Basketballsparte ja bislang noch nicht. Ich hoffe sehr, dass wir den Lernprozess durch die vorbildlichen Gästefan-Auftritte etwas anschieben können.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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  2. Ihr seid halt zahlende Kunden, findet euch damit ab. Keiner kann euch leiden, weil ihr charakterlich verkommenen Subjekten zujubelt. Lügner, Betrüger, Kriminelle, Fremdgeher, Frauenschläger… fehlt nur noch ein Kinderficker, da war Ribery aber ja auch schon an der Grenze. Ihr seid ihr, ihr seid Abschaum.

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